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Freier Wille?

Hintergründe

Der freie Wille als Märchen unseres Gehirns

Auf einem Kongreß der europäischen neurowissenschaftlichen Vereinigung, der in Berlin stattfand, wurde großes Geschütz aufgefahren: Jedes Gefühl, jeder Gedanke, jede Erinnerung und jede Absicht - darin sind sich die meisten (modernen!) Neurowissenschaftler einig - lasse sich auf feinorchestrierte elektrische und biochemische Impulse zurückführen.

Mehr noch: Diese Regungen in dem rund 100 Milliarden Nervenzellen umfassenden Netzwerk des menschlichen Gehirns lassen sich oft bis zu einer Sekunde früher nachweisen als sie der betreffenden Person bewußt werden. Neueste Forschung zeigen, dass es schon Vorausimpulse gibt die schon 6 - 10 Sekunden vor dem Bewusstwerden messbar sind. Siehe dazu das Video unten.

Fragen über Fragen - nichts ist so einfach wie es scheint!

Nun muss man sich natürlich auch fragen, wo wird dieser Vorabimpuls (Potenzial)
im Gehirn generiert. Wer oder was generert dieses Bereitschaftspotenzial, welcher Teil von uns weiß schon 1-10 Sekunden vor unserer willentlichen Entscheidung darüber Bescheid was wir gleich machen wollen und wie wir handeln werden?
Oder kommen diese Vorabaktivierungen von unserem Bewusstsein das "außerhalb des Gehirns" außerhalb des normalen Zeitablaufs liegt?
Dies rührt an den Grundfesten des menschlichen Selbstverständnisses. Der Berliner Hirnforscher Univ. Prof. Dr. Gerhard Roth ist daher davon überzeugt, dass wir von der Vorstellung, dass es einen freien Willen im traditionellen Sinne gibt, endgültig Abschied nehmen müssen." Zwar bestreitet niemand von den Forschern, dass der Mensch Handlungen planen und Alternativen abwägen könne. Ob, wie und wann wir dann aber schließlich handeln, bestimmen zum Großteil unbewußte Vorgänge im Gehirn. Und es zeigt sich, dass dieses Unbewußte eine viel größere Rolle spielt als bisher angenommen."

Das Gehirn kann nach Ansicht vieler Forscher dem menschlichen Bewußtsein sogar das Gefühl vorgaukeln, autonom zu handeln, obwohl es manipuliert wurde. Mehrere Untersuchungen weisen darauf hin, dass man den freien Willen durch gezielte Stimulationen im supplementär-motorischen Areal künstlich erzeugen kann," erklärt Gerhard Roth in Berlin. Wenn man die richtige Stelle reizt, heben die Leute beispielsweise ihren Arm und behaupten dann, sie hätten dies gewollt."

Videolink: http://www.youtube.com/watch?v=rOsWsW1XmoI


Was aber ist mit dem Gefühl, ein Ich zu sein?

Das ursprüngliche Libet Experiment

Die vieldiskutierten klassischen Experimente zu diesem immer wieder untersuchten Phänomen hat Benjamin Libet durchgeführt. Libet forderte seine Versuchspersonen auf, innerhalb einer definierten Zeitspanne irgendwann zufällig die Hand zu heben. Dabei wurde das EMG und EEG (mit den damals noch ungenauen Möglichkeiten) messtechnisch erfasst. Libet konnte in seinem Experiment nachweisen, dass etwa 200 ms vor der tatsächlichhen motorischen Bewegung subjektiv das Gefühl auftrat, die Hand bewegen zu wollen.

Neuere Experimente (siehe Video oben)
Hirnforscher geben der Debatte um den freien Willen neue Nahrung.

Schon zehn Sekunden vor einer bewussten Entscheidung wird das Gehirn aktiv.
In einem sehr ähnlich angelegten Experiment (wie das Libet Experiment) konnte mithilfe der funktionellen Kernspintomographie (fMRI)
das Benutzen der rechten oder linken Hand auf der Grundlage von fMRI-Daten, die etwa acht Sekunden vor der Bewegung aufgenommen wurden, vorhergesagt werden. Dies scheint ein weiterer Beweis zu sein, dass es einen freien Willen wie wir ihn uns bisher vorgestellt haben nicht gibt. Also entscheidet das Gehirn (oder sonst was) quasi an unserem Bewusstsein vorbei?
Hinkt das Bewusstsein also um sieben Sekunden hinterher? Nein, um noch viel mehr. »Der Kernspintomograf zeigt die Hirnaktivitäten mit einer Verzögerung von drei bis vier Sekunden«, erklärt Prof. Dr. J.D. Haynes, »tatsächlich also sind diese Areale bereits etwa zehn Sekunden aktiv, bevor die Entscheidung als bewusst erlebt wird.« Der Befund von Libet ist damit nicht nur bestätigt, sondern sogar noch mächtig verschärft: Das Gehirn wird nicht erst 0,3 Sekunden, sondern volle 10 Sekunden vor einer als bewusst erlebten Entscheidung aktiv. Also eine Ewigkeit! Wie soll man sich das erklären?
(LINK: http://de.wikipedia.org/wiki/John-Dylan_Haynes
)

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